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Vorstösse Legislatur 2017 - 2021

Interpellation zur Renaturierung des Stadtmistes

Die Sanierung des Stadtmistes bringt viel Arbeit mit sich, aber auch viele gute Möglichkeiten, die Biodiversität in der Stadt Solothurn erheblich zu verbessern.

Zwischen 1925 und 1976 wurde auf dem Areal, im Südwesten der Stadt Solothurn, in der Grösse von 23 Fussballfelder 500'000 Tonne Abfall aus den städtischen Haushalten und dem Gewerbe entsorgt. Nach Probebohrungen wurde Abfall aus Hauskehricht, Bauschutt, Abfall aus dem Spital und der Industrie, Plastik, Elektroschrott und Lösungsmittel gefunden. All diese Bestandteile werden nun seit Jahrzehnten vom Regen aufgeweicht und gelangen damit in die Bäche und dann in die Aare. Nun im Jahr 2022 soll die Sanierung für dieses Gebiet beginnen. Die Totalsanierung soll 6 bis 8 Jahre dauern. Dazu wird die 2.5 m dicke Abfallschicht ausgegraben, sortiert und anschliessend richtig entsorgt. Mit den Worten von Martin Brehmer vom Solothurner Amt für Umwelt und SP Partei Mitglied eigentlich eine simple Sache: "Es kommt ein Bagger, ein Lastwagen und eine Aufbereitungsanlage. That's it!"

Dieser Sanierung ging ein langes Tauziehen voran, in dem die Stadt, der Kanton und der Bund die Kosten dafür untereinander ausmachten. Nun beteiligt sich der Bund mit knapp 50 Millionen Franken von den total 120 Millionen Franken am Aushub des "Stadtmists", einer der grössten Mülldeponien der Schweiz. Damit kann mit der Entsorgung der Solothurner Umweltsünde endlich begonnen werden und über dieses unrühmliche Kapitel kann endlich Gras wachsen – gesundes Gras!

Die Sanierung ist eine grosse Angelegenheit und die Frage bleibt, was passiert danach mit dieser Fläche? In einem Beitrag von SRF Radio vom 16. September 2020 lässt sich die Stadt folgedermassen zitieren: "Es wird ein grosses Biotop für seltene Insekten und Tiere geben und eine Überbauung". Die SP begrüsst die Idee mit dem Biotop, denn lange genug hat die Natur auf diesem Areal unter der Vergiftung im Boden gelitten. Jedoch bleibt die Aussage der Stadt doch sehr vage. Die Information in welchem Umfang dieses Biotop zu Stande kommen soll, fehlt.

Zusätzlich wird das Gebiet vom Wildbach und zwei Gräben, nämlich dem Brunngraben und dem Brühlgraben begrenzt oder durchquert. Diese Wasserrinnen sind zurzeit begradigt und bieten keinen Ökologischen Mehrwert für die Natur. Die SP Stadt Solothurn findet, dass die Entsorgung des "Stadtmists" eine gute Möglichkeit bietet, den Bach und die zwei Gräben zusätzlich zur Sanierung zu renaturieren. Dies auch im Zusammenhang mit dem Biotop, da dies ja auch ein Wasseranschluss (Wildbach) benötigt. Der Mehrwert von Renaturierungen von Gewässern ist gewaltig. So kann bereits auf kleiner Fläche eine ungeahnte Artenvielfalt gedeihen.

Nun, eine Renaturierung ist nicht ganz einfach und schnell gemacht, sondern es braucht Zeit, Pflege und Wissen, damit sich die Natur wieder entfalten kann. Deswegen stellt die Interpellation die Frage, ob mit örtlichen Naturschutzvereinen Kontakt aufgenommen wurde. In der Stadt Solothurn gibt es beispielsweise der Naturförderverein NFV (www.nfv-solothurn.ch), welcher sich auf die Fahne geschrieben hat: "Einen Beitrag (zu) leisten zum Schutz, der Pflege und der Aufwertung der natürlichen Lebensgrundlagen von Tieren, Pflanzen und Menschen sowie zur Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt Solothurn und Umgebung".

Nun erwartet die SP Fraktion gespannt die Antwort vom Stadtpräsidenten und von Andrea Lenggenhager und wird, wenn nötig, weiteren politischen Druck ausüben, damit aus der einstigen grössten Mülldeponie der Schweiz ein gesundes und ökologisch artenreiches Gebiet entstehen kann.

 

Eingereichte Interpellation:

"Renaturierung der Bäche im Gebiet der ehemaligen Deponie"

 Interpellation SP Stadt Solothurn

Erstunterzeichnender Konrad Kocher

 Gemeinderat vom 19. Januar 2021

Im Jahr 2022 soll die Sanierung der Mülldeponie "Stadtmist" beginnen. Innerhalb von 6 bis 8 Jahren soll die Deponie ausgegraben, sortiert und anschliessend richtig entsorgt werden. Das Gebiet der ehemaligen Deponie wird von drei Bächen begrenzt oder durchquert. Es sind dies der Wildbach, der Brunngraben und der Brühlgraben. Diese Bäche sind heute begradigt und bieten keinen Platz für Biodiversität.

Aus diesem Grund bitten wir das Stadtbauamt um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Ist es angedacht, die drei Bäche zu renaturieren und revitalisieren, damit Mehrgewinn für die Natur entstehen kann?
  2. In einem Beitrag von SRF vom 3. Dezember 2020[1] ist von einem Biotop auf dem Areal die Rede. Wo und wie ist das Biotop geplant?
  3. Ist das Stadtbauamt im Austausch mit regionalen Naturschutzvereinen (Pro Natura/Bird Life/Naturförderverein Solothurn etc.) was die anschliessende Rekultivierung des Gebiets anbelangt?
  4. Wie ist der Stand der Gespräche zwischen der Stadt Solothurn und dem Kanton bezüglich der Aufwertungsmassnahmen des Stadtmists?[2]

 

[1] https://www.srf.ch/news/schweiz/sanierung-von-altlasten-fuer-120-millionen-solothurn-kann-mega-deponie-ausgraben (3.12.2020)

[2] https://secure.i-web.ch/eweb/solothurnextra/dl.php/de/592d3bbe9b244/Mitwirkungsbericht_zum_raumlichen_Leitbild_Stand_26.04.2017.pdf (Seite 48-49)

 

Konrad Kocher

Tags: Konrad Kocher


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