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Die SP Stadt Solothurn
macht Politik für die
ganze Bevölkerung.

Für alle statt für wenige!

Vorstösse Legislatur 2017 - 2021

Motion: «Hitzeinseln meiden – Schottergärten mindern»

Erstunterzeichnender Philippe JeanRichard

 Antrag

Die Stadtverwaltung der Stadt Solothurn wird beauftragt, das Bau- und Zonenreglement zu präzisieren, damit die Stadt Solothurn im Baubewilligungsverfahren auf eine natur- und klimafreundliche Garten- und Grünflächengestaltung Einfluss nehmen kann, mit dem Ziel, Schottergärten künftig zu vermeiden. Zudem sollen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer über die negativen Auswirkungen von Schottergärten informiert werden und gleichzeitig naturnahe Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Begründung

Immer häufiger zu beobachten ist, dass Vorplätze von Privathäusern oder Zwischenräume und Abstandsflächen bei Gewerbebauten als Schottergärten angelegt werden. Das bedeutet eine grossflächige mit Steinen bedeckte Gartenfläche, in welcher Steine das hauptsächliche Gestaltungsmittel sind. Pflanzen kommen nicht oder nur spärlich vor. Als Steinmaterial kommen häufig gebrochene Steine mit scharfen Kanten und ohne Rundungen zum Einsatz (Schotter).

Schottergärten sind weder pflegeleicht noch günstig. Oftmals wird aus «gartentechnischen» Gründen unter solche Flächen auch ein Vlies oder eine Plastikfolie verlegt, damit möglichst wenig Unkraut wächst. Da in unseren klimatischen Verhältnissen gleichwohl nach kurzer Zeit wieder Wildkräuter keimen, wird dem «Unkraut» häufig mit stark toxischen Chemikalien zu Leibe gerückt.

Nebst der zumindest fragwürdigen ästhetischen Gestaltung haben diese Schotterflächen gravierende negative Einflüsse auf das Mikroklima und die Artenvielfalt. Bei Sonnenschein werden die Flächen stark erwärmt und bilden eigentliche Hitzeinseln, was auch die Temperaturverhältnisse in der Nachbarschaft negativ beeinflusst. Schottergärten führen zu Bodenversiegelung, zu zusätzlichem Abwasser, Verlust der Bodenfruchtbarkeit und Reduktion der Biodiversität im Siedlungsraum.

Gärten und Restflächen mit Schottergärten zu «gestalten», unterläuft zudem dem raumplanerischen Auftrag einer hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen.

Der Motionär regt an, dass die Stadtverwaltung der Stadt Solothurn zusätzlich zu den angepassten reglementarischen Bestimmungen die Bevölkerung aktiv über die negativen Auswirkungen von Schottergärten informiert, und sie gleichzeitig auf die Vorteile von vielfältig gestalteten, naturfreundlichen Gärten aufmerksam macht. Darunter auch naturnahe Ruderalflächen (Rohbodenflächen), wie sie das Stadtbauamt ja vorbildlich im öffentlichen Raum schafft, welche wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen darstellen können.

Hintergrundinformationen liefert die Publikation «Schottergärten und Landschaft, Dynamik – Akteure – Instrumente» der Stiftung Schweiz von 2017 oder die aktuelle Debatte im Bundesrat. => LINK

Für die Sozialdemokratische Partei der Stadt Solothurn und im eigenen Namen:

Philippe JeanRichard

Solothurn, 19. November 2019


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