30.jpg

Die SP Stadt Solothurn
macht Politik für die
ganze Bevölkerung.

Für alle statt für wenige!

Soziologin erklärt, wie die rechte Rhetorik funktioniert

Stiess im «Kreuz» auf ein grosses Echo: Franziska Schutzbach, © Michel Lüthi/bilderwerft.chDie Soziologin Franziska Schutzbach referierte erstmals Mal in Solothurn aus ihrem Buch «Die Rhetorik der Rechten». Vor zahlreichen Interessenten enttarnte die Soziologin die sprachlichen Strategien der Rechtspopulisten. Zum Referat geladen hatte die SP Stadt Solothurn nach ihrer Parteiversammlung. Vor dem Vortragsbeginn standen zahlreiche Interessenten samt ihren Stühlen in den Händen, vor der Türe der Bar im ersten Stock des Restaurant Kreuz.

von Fatma Kammer-Karademir

Sie trat mit ihrem im Dezember erschienen Buch «Die Rhetorik der Rechten» auf, das international im deutschsprachigen Raum rege diskutiert wird. «Sie soll unser Sensorium im Umgang mit rechtspopulistischen Argumenten schärfen», begründet Kantonsrätin Anna Rüefli in der SP-Parteizeitung die Wahl der Referentin.

Was inzwischen alles salonfähig geworden ist
Ohne die Frage «Hochdeutsch oder reicht Schweizerdeutsch?» zu stellen, fängt sie gleich an in Schriftsprache zu referieren. Rechte Rhetorik sei kein Phänomen der Rechten mehr. Das sei mit ein Grund für sie gewesen, weshalb sie sich mit den sprachlichen Mitteln des Rechtspopulismus in ihrem Buch auseinandergesetzt habe. Harter Extremismus sei strategisch verwischt worden, was Franziska Schutzbach wie folgt umschreibt: «Rechtspopulismus gibt sich ein rechtes Kleid». So seien sexistische oder ausländerfeindliche Bemerkungen längst salonfähig geworden. Der Gedanke, es handle sich nicht um Rechtspopulismus, sondern um Meinungsfreiheit, diene den Leuten als Rechtfertigung dafür.

«Es geht um die Dämonisierung»

Zu den mediterranen Klängen der zufällig im Nebenraum probenden Frauenchors bocc’aperta, schildert die Autorin die verschiedenen sprachlichen Mittel der Rechten Rhetorik. Ihre Befunde untermauert Franziska Schutzbach, die in Basel Geschlechterforschung lehrt, mit Zitaten von rechten Politikern. Wie zum Beispiel, die der ehemaligen AFD Parteichefin Frauke Petry: «Rechts und Links gibt es nicht mehr». Dadurch, dass sich Rechtspopulismus vom Rechten Spektrum distanziere, schaffe sie «Äquidistanz», eine beliebte rhetorische Figur.

Um andere Mittel zu veranschaulichen, verwendet die Autorin aktuelle Ereignisse. Beispielsweise wenn sich die Öffentlichkeit über Feministinnen entrüstet zeige, die ein Gedicht oder einen Songtext sexistisch fänden. Diese Entrüstung könne rasch in die Richtung gehen, in der Minderheiten diffamiert und die politische Korrektheit ausgeschaltet würden. Als «Anti-Political-Corectness» entlarvt sie dieses Mittel. Franziska Schutzbach relativiert immer wieder ihre Aussagen: «Minderheiten können auch übers Ziel hinaus schiessen», meint sie. Die Rechtspopulisten seien jedoch nicht an der «differenzierten Debatte zum Beispiel zur Zwangsverschleierung interessiert, es geht ihnen um Dämonisierung.»

Vorurteile erkennen und ihnen vorbeugen

Nach einer knappen Stunde fragt die Autorin, wie viel Zeit ihr für den Vortrag geblieben seien. Aus dem Publikum ertönt ein spontanes «Genug». Es hängt ihr an den Lippen. Hie und da ein zustimmendes Nicken. Bei der anschliessenden Diskussionsrunde taucht die Frage auf, wie rechtspopulistische Rhetorik angegangen werden könne. «Vorurteile zu erkennen und vorzubeugen wäre schon ein grosser Schritt.» Wenn es nach dem Willen der Zuhörerinnen und Zuhörer gegangen wäre, hätte Franzsika Schutzbach noch mehr Fragen beantwortet. Für die gab es dann die Möglichkeit beim Kauf des Buches, ein paar Worte mit der Autorin zu wechseln.

Quelle: Solothurner Zeitung online

 


Die SP Stadt Solothurn
macht Politik für die
ganze Bevölkerung.

Für alle statt für wenige!