Postulat «Bereitstellung von niederschwelligem Wohnraum in der Stadt Solothurn für suchtkranke Menschen»

Postulat SP-Fraktion Solothurn, 28.04.2026

Erstunterzeichner: Daniel Kiefer

Bereitstellung von niederschwelligem Wohnraum in der Stadt Solothurn für suchtkranke Menschen

Die Verwaltung der Einwohnergemeinde Solothurn wird beauftragt:

– zu prüfen, ob in Liegenschaften oder auf Grundstücken, die im Eigentum der Stadt stehen, Wohnraum für suchtkranke Menschen angeboten bzw. zur Verfügung gestellt werden kann;

– zu prüfen, ob auf dem Gemeindegebiet von Solothurn eine Liegenschaft erworben oder gemietet werden kann, welche geeignet ist, suchtkranken Menschen niederschwellig Wohnraum anzubieten bzw. zur Verfügung zu stellen.

– zu prüfen, ob durch Dritte auf dem Gemeindegebiet von Solothurn ein Angebot für niederschwelliges Wohnen geschaffen werden kann.

Begründung:

Im Bericht «Massnahmepaket Sicherheit», den die Verwaltung im Zusammenhang mit der Motion Aebischer «Sofortige Verbesserung der Sicherheit in der Stadt Solothurn» erstellte, wird ausgeführt, dass die Bereitstellung eines niederschwelligen Wohnangebots in der Region eine Massnahme von höchster Priorität darstellt. Dies mit gutem Grund: Im Zusammenhang mit dem Aufkommen von Crack ist das Drogenproblem in der Stadt (wieder) sichtbarer und akuter geworden. Die Droge Crack hat verheerende Folgen für den Konsumenten: Rasche Abhängigkeit, grosser Beschaffungsstress aufgrund nur kurzer Wirkungsdauer der Droge, schnelle Verelendung und Verwahrlosung und Beschaffungskriminalität. Aktuell leben – oder besser vegetieren – 30 bis 40 suchtkranke Menschen in Solothurn, die obdachlos sind.

Für diese Menschen muss Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Einerseits ist dies ein Gebot der Menschenwürde; andererseits ist eine solche Massnahme aber auch im Interesse der öffentlichen Sicherheit, weil damit der öffentliche Raum entlastet wird.

Seit März 2024 gibt es eine Arbeitsgruppe der Repla, welche die Aufgabe hat, niederschwelligen Wohnraum für suchtkranke Menschen zu finden. Bis anhin liegt kein Ergebnis vor. Der Regierungsrat des Kantons Solothurn hat kürzlich im Kantonsrat verlauten lassen, dass die Suchtproblematik Sache der Gemeinden sei.

Unterschriften: